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Sozialverträglicher Wohnungsbau in Irlbach geplant

28.04.2016 Die Gemeinde Wenzenbach möchte das ästhetisch wenig ansprechende "Riederer-Areal" in Irlbach für die Entwicklung eines sozialen Wohnungsbaus nutzen und so den Ortskern Irlbachs weiter beleben.

Vor einiger Zeit wurde die Neugestaltung des Irlbacher Dorfplatzes abgeschlossen. Seither erstrahlt Irlbach in neuem Glanz? Ganz Irlbach? Nein, entlang der Kreisstraße R6 erstreckt sich mit dem sogenannten „Riederer-Areal“ ein echter städtebaulicher Schandfleck. 

Das ehemalige Gasthaus wird seit Jahren nicht mehr betrieben und verfällt zunehmend. Da sich bisher kein Privatinvestor für das Gelände final erwärmen konnte, wird nun die Gemeinde das Grundstück mit einer Fläche von 3.500 qm erwerben. Dies beschloss zumindest der Gemeinderat in seiner März-Sitzung. Mit dem Grundstückseigentümer wurde bereits gesprochen und ein Preis vereinbart. Ein entsprechender Notarvertrag dürfte zeitnah folgen. 

In der Gemeinderatssitzung vom April haben die Gemeinderätinnen und -räte nun auch ihren Gestaltungswunsch für das Areal geäußert. Einstimmig wurde beschlossen, dass auf dem Grundstück Wohnraum zu sozialverträglichen Konditionen geschaffen werden soll. Denkbar wären 20 bis 24 Wohneinheiten in vier oder gar fünf Mehrfamilienhäuser. Details hierzu sollen im Rahmen eines Planungs- und Ideenwettbewerbs geklärt werden. Neben der generellen architektonischen Gestaltung der Fläche wird dann auch zu klären sein, ob das Gasthausgebäude saniert werden kann bzw. sollte. Vorab wird nun jedoch die Regierung darüber befinden, ob die Gemeinde für das Bauvorhaben mit einer Förderung im Rahmen des „Wohnungspakts Bayern“ rechnen darf. Die dazugehörigen Richtlinien sehen für die Schaffung von sozialverträglichen Mietswohnungen für Personengruppen, die sich am regulären Wohnungsmarkt schwer tun, jedenfalls großzügige Fördersätze vor. So werden die Grunderwerbs-, Planungs- und Baukosten mit bis zu 30 Prozent bezuschusst. 

Die Gemeinde Wenzenbach rechnet derzeit mit Erwerbs- und Baukosten von insgesamt 3,3 Mio. EUR. Gemäß einer Investitionsrechnung des gemeindlichen Finanzexperten Manuel Hofstetter werden sich diese hohen Aufwendungen binnen etwa 38 Jahren bei konservativen Schätzungen der Kapitalmarktentwicklung amortisiert haben. Dieser Investitionsrechnung liegt eine Kaltmiete pro Quadratmeter zwischen 5,00 bis 6,00 Euro, je nach Wohnungsgröße, zugrunde. Marktüblich sind im Gemeindegebiet für Neubauten längst Mieten um die 8 Euro/qm. 

Das bereits erwähnte Förderprogramm des Freistaats sieht vor, dass im Rahmen eines bezuschussten Wohnungsbauprojekts auch anerkannte Flüchtlinge im angemessenen Umfang berücksichtigt werden. An der Stelle darf darauf verwiesen werden, dass derzeit im Landkreis etwa 300 anerkannte Flüchtlinge in Asylbewerberunterkünften leben und diese Zahl wohl in den kommenden Wochen und Monaten stark zunehmen wird. Folglich werden künftig noch mehr Menschen am ohnehin angespannten Regensburger Immobilienmarkt auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum sein. Nun gibt es einige Menschen, die die Flüchtlinge für diese ungute Situation am Wohnungsmarkt verantwortlich machen. Nach Einschätzung von Bürgermeister Sebastian Koch ist dies jedoch viel zu kurz gegriffen. Er will ganz andere Ursachen für das Problem ausgemacht haben und erklärt hierzu: „In den letzten Jahren haben wir landesweit den sozialen Wohnungsbau vernachlässigt. Gerade bei uns in der Gemeinde wurden in der Vergangenheit vor allem Einfamilien- und Doppelhäuser errichtet und dabei Menschen mit geringer Rente oder kinderreiche Familien ohne die finanziellen Mittel zum Hauskauf aus dem Blickfeld gerückt. Das soll künftig anders werden. Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt und werden als Gemeinde dieser sozialen Verantwortung mit dem anstehenden Bauprojekt Rechnung tragen.“ Nun hoffe man", so der Bürgermeister, "auf die positive Beurteilung des Förderantrags durch die Regierung der Oberpfalz und auf den baldigen Abschluss eines Notarvertrages zum Kauf des Areals".

Für all jene, die befürchten, dass die Gemeinde in Irlbach einen sozialen Brennpunkt schaffen könnte, verweist Koch auf die Worte des Bay. Innenministers Joachim Herrmann: „Um einer Ghettobildung gerade in Ballungsräumen entgegen zu wirken, zielt das Förderprogramm nicht nur auf die Schaffung von Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge, sondern ausdrücklich auf alle auf dem Wohnungsmarkt.“ Konkret bedeutet das, dass nicht nur für erwerbslose Deutsche und Flüchtlinge eine Wohnung vorgehalten wird, sondern auch für berufstätige Bürgerinnen und Bürger, die die Einkommensgrenzen des Art. 11 Bay. Wohnraumfördergesetz (z. B. bis zu 35.000 Euro p.a. bei einer dreiköpfigen Familie) nicht überschreiten. „Gerade, weil die Gemeinde hier selbst Verantwortung als Bauherrin übernimmt, kann sichergestellt werden, dass in Irlbach ein vernünftiges Konzept realisiert wird“, da ist sich Koch sicher.

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