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Nachhaltigkeit als Leitmotiv der Gemeinde!

07.08.2019 Klimaschutz und Nachhaltigkeit treiben immer mehr Bürgerinnen und Bürger an. Dies lässt sich nicht nur anhand der Wahlerfolge von Parteien mit ökologischer Ausrichtung bei der Europawahl oder den Fridays-for-Future Demonstrationen erkennen, sondern auch daran, dass immer mehr Wenzenbacherinnen und Wenzenbacher gegenüber der Gemeindepolitik und –verwaltung Naturschutzthemen ansprechen.

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Vor einigen Jahren war es noch so, dass sich Bürgerinnen und Bürger bei der Gemeinde beschwerten, wenn Straßenbegleitflächen oder Böschungen nicht gründlich gemäht wurden. Hier hat sich längst ein gewisser Paradigmenwechsel eingestellt und viele Bürger beklagen sich eher über den Kahlschnitt von gemeindlichen Hecken oder eine allzu gründliche Rasenpflege. Natürlich hat die Mehrheit des Wenzenbacher Gemeinderats ebenfalls die Zeichen der Zeit erkannt und in den letzten Jahren einige Weichenstellungen pro Umwelt vorgenommen. Dieser Artikel soll vor allem die gemeindlichen Bemühungen für eine kommunale Energiewende beleuchten.

 E-Auto / E-Zapfsäule

Anfang des Jahres 2019 wurde am Parkplatz in der Bahnhofstraße eine E-Zapfsäule mit zwei E-Auto-Parkplätzen in Kooperation mit der REWAG realisiert. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 6.000,- €. Der Ladevorgang ist mit der REWAG-Ladekarte oder alternativ via Handy-Bezahlung möglich und eine Kilowattstunde an 100% Ökostrom kostet 29,99 Cent. Seit Dezember 2018 verfügt die Gemeinde ebenso über einen geleasten e-Golf mit einer durchschnittlichen Reichweite von 200 km pro Ladung. Dieser wird regelmäßig für Behörden- und Dienstfahrten genutzt und stellt eine effiziente Fuhrparklösung für die Gemeindeverwaltung dar.

Photovoltaik auf unseren Dächern

Unsere gemeindlichen Gebäude sind überall dort, wo es technisch und wirtschaftlich darstellbar ist, mit PV-Anlagen ausgestattet. Insgesamt erzeugt die Gemeinde so über 180.000 kWh Strom pro Jahr. Auch die Dächer des derzeit entstehenden kommunalen Wohnungsbaus in Irlbach werden in Zusammenarbeit mit der Bürger Energie Region Regensburg e. G. mit Photovoltaikplatten ausgestattet. Die dortige Anlage wird nochmals ca. 59.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen und kann damit die gesamten 25 Wohneinheiten des sozialverträglichen Wohnungsbaus vollständig mit elektrischer Energie versorgen. Dafür wird ein sogenanntes Mieterstrommodell etabliert, bei welchem die Mieter des Wohnungsbaus den erzeugten Ökostrom zu Preisen deutlich unterhalb den Kosten für Normalstrom (mind. 10% unter den Preisen des Grundversorgers) beziehen können. Zeitgleich bleibt es jedem Mieter aber dennoch selbst überlassen, für welchen Stromanbieter man sich letztendlich entscheidet. Geheizt wird der sozialverträgliche Wohnungsbau in Irlbach mittels einer zentralen Biomasse-Heizung mit Fernwärmeleitungen in jeden Gebäudeteil. Ebenso wird bei den derzeitigen Planungen für ein neues Kinderhaus am Jahnweg (Kindergarten- und Kinderkrippenplätze) intensiv auf ein nachhaltiges Energiekonzept mit Sole-Wärmepumpe, PV-Anlage und effizienter Holzständerbauweise des Gebäudes geachtet.

Energieverbrauch an der Mittelschule

An dieser Stelle sei zunächst erwähnt, dass für den Allgemeinstromverbrauch der Mittelschule seit April 2016 ausschließlich Ökostrom verwendet wird. Im Jahr 2019 werden das ca. 60.000 kWh sein. Durch diese erneuerbare Energiequelle ersparte die Gemeinde der Umwelt im Jahr 2018 unter anderem 18,4g Atommüll und 26,686t CO2 im Vergleich zum deutschen Strommix. Letzteres entspricht dem Klimaschutzeffekt von etwa 232 Bäumen. Gleichwohl gilt es natürlich für die Mittelschule den Stromverbrauch weiter zu reduzieren. Dies gilt insbesondere für die sehr energiehungrige und aus den 80er-Jahren stammende Stromheizung an der Mittelschule, deren Verbrauch jährlich bei mehr als 700.000 kWh liegt. Hier ist nun kurzfristig geplant, in den Sommerferien eine Stromdirektleitung vom Nahstromwerk am Roither Berg ins Schulhaus zu verlegen, um für die Stromheizung dann zumindest Ökostrom zu verwenden (die Leitung kann leider erst jetzt, nach intensiven Verhandlungen mit dem Netzbetreiber Bayernwerk, rechtlich realisiert werden). Ferner soll in absehbarer Zeit (siehe Bericht im letzten Amtsblatt) die umfangreiche Generalsanierung der Mittelschule anlaufen, welche auch die Installation energetischer Energieerzeuger beinhaltet. Dadurch sollte sich der Stromverbrauch der Schule um mehr als 90% reduzieren lassen, während zeitgleich eine sparsame Heizlösung etabliert wird.

Nachhaltige Bauleitplanung

Natürlich ist vor allem darauf zu achten, dass auch im Gemeindegebiet nicht unnötig Flächenfraß betrieben wird. Insofern ist der Bauausschuss unserer Gemeinde in der Regel darum bemüht, Nachverdichtung im vertretbaren Maße zuzulassen. In der Bauleitplanung wird regelmäßig darauf geachtet, zeitgemäße Grundstücksgrößen zu bilden und möglichst wenig Verkehrsflächen zu schaffen. Noch entschiedener wird die Gemeindeverwaltung künftig darauf achten, dass Grünordnungspläne eingehalten bzw. umgesetzt werden.

Wie eben erwähnt, wurde beim Energiekonzept für das Baugebiet Roither Berg stark auf Nachhaltigkeit geachtet. Bereits die Gemeinderätinnen und –räte in der letzten Wahlperiode haben dem Investor jedenfalls dahingehende Vorgaben gemacht. Für die 118 Bauparzellen sollte ein intelligentes Versorgungssystem entwickelt werden. In Zusammenarbeit mit der OTH ist in den letzten Jahren genau das geschehen. Das Nahstromwerk I scheint für ganz Bayern Vorbildcharakter zu haben. Anders lässt sich jedenfalls nicht erklären, dass die Energieversorgungsgesellschaft Wenzenbach (EVW) im Januar vom bayerischen Wirtschaftsministerium als Gestalterin der Energiewende ausgezeichnet wurde. Mittlerweile wird das Stromnetz am Roither Berg verlässlich durch die Bayernwerk AG betrieben. Das Nahwärmenetz liegt weiterhin im Zuständigkeitsbereich der EVW.

Unlängst wurde im Gemeinderat im Übrigen angeregt, Steingärten im Gemeindegebiet zu untersagen. Zumindest für Gärten, die neu angelegt werden sollen, könnte dies durch eine Gestaltungssatzung geschehen. Die gemeindliche Bauverwaltung arbeitet derzeit eine dementsprechende Diskussionsvorlage für den Gemeinderat aus.

Straßenbeleuchtung

2015 wurden insgesamt 1016 Straßenlaternen auf LED umgerüstet. Durch eine Stromeinsparung von jährlich mehr als 260.000 Kilowattstunden wird die Amortisation der gemeindlichen Investition binnen sieben Jahren eintreten. Künftig wird die Gemeinde auch zunehmend darauf achten, intelligente Beleuchtungssysteme mit Bewegungssensoren einzusetzen, insbesondere für weniger genutzte Straßen und Wege. Erstmals wurde so etwas nun beim Bayernwerk für ein Teilstück bei Grafenhofen beauftragt. Durch diese technische Lösung, zusammen mit dem Dimmen der regulären Straßenbeleuchtung in den weniger frequentierten Nachtstunden, soll auch der Lichtverschmutzung im Gemeindebereich energisch entgegengetreten werden.

Energieberatungsgutscheine

Seit 01.02.2015 werden Energieberatungsgutscheine im Wert von 200 € an Häuslebauer oder Hausbesitzer, die eine energetische Sanierung ihrer Immobilie beabsichtigen, ausgegeben. Bei der Energieagentur erhält dieser Personenkreis dann eine kostenlose, kompetente und vor allem unabhängige Beratung über alle Belange des energetischen Bauens und Energiesparens. Wie wichtig diese Maßnahme war, geht aus dem Energieleitplan für Wenzenbach hervor. 65 Prozent der Heizungsanlagen im Gemeindegebiet entsprechen demnach nicht dem aktuellen Stand der Technik und weisen einen geringeren Wirkungsgrad als moderne Heizsysteme auf. Bei einer Modernisierung des Heizkessels könnte dieser Wirkungsgrad durchschnittlich um 15 Prozent gesteigert werden. Für die gesamte Gemeinde bedeutet das ein Einsparungspotenzial von beachtlichen 5– 9 GWh. Mit den Gutscheinen soll den Gemeindebürgern ein Umstieg auf eine andere Heiztechnik schmackhaft und greifbar gemacht werden.

Nächster Schritt in die Zukunft: Energiekonzept

Im Haushalt 2019 wurden Kosten für die Erstellung eines Energiekonzepts durch ein Fachbüro berücksichtigt. Ziel der Gemeinde ist es, ein kommunales Energiemanagement mit Ausarbeitung eines Energieleitbilds und der Entwicklung von operativen Zielen und Maßnahmen zu erreichen. Hierbei sollen explizit beide Themen – Energie und Klima – gemeinsam angegangen werden. So sollte das Energiekonzept Handlungsempfehlungen für die Bereiche Strom, Wärme, Mobilität und Klimaschutz beinhalten. Hierzu kann es bereits zu einem zielführenden Treffen zwischen Bürgermeister, Gemeindeverwaltung, Vertreter des Gemeinderats, Bund Naturschutz und der Energieagentur Regensburg, bei welchem die Schritte zu einem nachhaltigen Energiekonzept besprochen und abgestimmt wurden. In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen wird dies sicher noch ausführlicher zu beraten sein.

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