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Mittelschule Wenzenbach - Was tun?

23.02.2016 Der Gemeinderat von Bernhardswald hat Mitte Februar beschlossen, bei der Regierung der Oberpfalz einen Antrag auf Umsprengelung einzureichen. Damit soll wohl erreicht werden, dass die Bernhardswalder Kinder und Jugendliche fortan die Mittelschule Regenstauf als sogenannte Regelschüler besuchen können. In Folge wollen wir ihnen zunächst einen kleinen Überblick über die Thematik „Zukunft der Mittelschule“ verschaffen:

Ausgangssituation

  • Der Schulverband setzt sich aus den beiden Gemeinden Wenzenbach und Bernhardswald zusammen.
  • Seit seiner Gründung 1969 wurden alle Investitionen in das Schulgebäude am Roither Weg entsprechend der jeweiligen Schülerzahlen von beiden Verbandspartnern finanziert, wobei von Wenzenbach bisher der weitaus größere Teil getragen wurde.
  • Nun steht eine Generalsanierung von etwa 6 Mio. Euro im Raum. Dies soll - wenn überhaupt - zum Löwenanteil durch die Gemeinde Wenzenbach finanziert werden.


Problem

  • Die Schülerzahlen an der Mittelschule Wenzenbach haben in den letzten Jahren massiv abgenommen (2007: 267 Schüler / 2011: 177 Schüler / aktuell: 110 Schüler), so dass ein dauerhafter Fortbestand des Schulstandorts nicht vollends gesichert ist.
  • Die laufenden Kosten für das große Schulhaus mit insgesamt 6.000 qm Nutzfläche werden nun auf eine geringere Schülerzahl verteilt. Folglich ist die Schulverbandsumlage pro Kopf in den letzten Jahren stark angestiegen. Derzeit liegt sie bei über 4.000 EUR pro Schüler im Jahr.
  • Der hohen Schulverbandsumlage steht ein Gastschulbeitrag in Höhe von 1.500 Euro an der Mittelschule Regenstauf gegenüber. Dieser Gastschulbeitrag greift jedoch nur, weil die Mittelschule in Wenzenbach noch existiert. Sollten die Schulkinder aus Wenzenbach und Bernhardswald regulär der Mittelschule Regenstauf zugeordnet werden, dürften auch dort für die beiden Gemeinden die Kosten pro Schüler steigen.
  • Hinzu kommt, dass die Mittelschule Regenstauf aktuell über keinerlei Raumkapazitäten für die komplette Beschulung der etwa 160 Mittelschüler (110 am Standort Wenzenbach und 50 am Standort Regenstauf) aus Wenzenbach und Bernhardswald verfügt.


Mögliche Lösungen

  • Auflösung des Schulverbands durch die Gemeinden Wenzenbach und Bernhardswald und Änderung des Schulsprengels durch die Regierung.
    -Die reine Willensbekundung eines Verbandspartners - wie jetzt geschehen - reicht nicht aus, um eine Schulsprengeländerung durch Rechtsverordnung der Regierung zu bewirken.
    - Die Regierung der Oberpfalz steht einer Schulsprengeländerung aus landesentwicklungspolitischer Sicht nach unserem Kenntnisstand relativ skeptisch gegenüber.
    - Während in Wenzenbach ein großes Schulhaus zur Verfügung steht, müsste in Regenstauf angebaut werden.
  • Bestandserhalt der Mittelschule ohne Sanierung
    - Weiterhin hohe Unterhaltskosten (z. B. aufgrund einer veralteten Stromheizung jährliche Energiekosten ca. 170.000 Euro)
    - Nur sanierte Gebäudeteile können vermietet werden. Dadurch könnten Mieteinnahmen erzielt werden, die wiederum die Schulverbandsumlage verringern.
    - Ohne Sanierung nimmt die Attraktivität der Mittelschule weiter ab. Durch eine Sanierung können positive Signale an die Eltern und staatlichen Einrichtungen, die über den Erhalt der Mittelschule entscheiden, gesendet werden.
  • Sanierung des gesamten Schulgebäudes und Umzug der Grundschule an den Roither Weg


Vorteile

  • Hemmschwelle zum Übertritt der Grundschüler an die Mittelschule nimmt ab
  • Kurzer Schulweg für die Kinder vom neuen Baugebiet „Roither Berg“
  • Synergieeffekte Mittelschule/Grundschule durch Einhäusigkeit


Nachteile

  • Die hohen Kosten einer Gesamtsanierung (6 Mio. Euro) kann die Gemeinde Wenzenbach nicht allein stemmen.
  • Möglicherweise müssten die Zuschüsse für die Grundschulsanierung im Jahr 2008 zurückerstattet werden.
  • Die Gemeinde Bernhardswald favorisiert diese Variante, hält sich jedoch in puncto Mitfinanzierung dieser gewaltigen Investition sehr bedeckt. In der Gemeinderatssitzung am 11. Februar hat sich der Bernhardswalder Gemeinderat zudem dagegen ausgesprochen, die Gemeinde Wenzenbach um Überprüfung dieses Ansinnens zu bitten. Somit drängt sich nun zunehmend der Verdacht auf, dass diese Forderung nie ernst gemeint war, sondern von manchen lediglich als „Alibi-Entgegenkommen“ offeriert wurde. Getrost dem Motto: Wir hätten ja, aber…


Sanierung eines komprimierten Schultrakts
(etwa 2000 von 4000 qm), der noch für den eigentlichen Mittelschulbetrieb benötigt wird.

  • Die Investitionssumme (2,4 Mio. Euro abzgl. eines Zuschusses von etwa 1 Mio. Euro) könnte der Schulverband durch die Veräußerung des Schulgartens und der Turnhalle an die Gemeinde Wenzenbach generieren.
  • Die Turnhallensanierung in Höhe von 2 Mio. Euro (abzgl. 400.000 Euro Zuschuss) könnte von der Gemeinde übernommen werden. Die Turnhalle wird ohnehin unabhängig vom Fortbestand der Mittelschule auch künftig genutzt (z. B. vom Sportverein).
  • Die Gebäudeteile, die vorerst nicht saniert werden, sollen von der Gemeinde für Vereine und Volkshochschulkurse angemietet werden (Reduzierung der Unterhaltskosten für den Schulverband durch Kostenteilung).
  • Steigerung der Attraktivität der Schule durch einen Umbau zu einer modernen Lernlandschaft.


Wie sie sich vielleicht erinnern, sinnierten die politischen Verantwortlichen in Bernhardswald und Wenzenbach bereits vor einigen Jahren über die Gründung eines B16-Mittelschulverbunds mit Altenthann und Wald. Als sich dann 2011 abzeichnete, dass dieser Verbund nicht zu Stande kommen würde, wendeten sich die beiden Gemeinden hilfesuchend an den Mittelschulverbund Naab-Regen. Dieser Verbund bestand damals bereits und war auch ohne Beitritt der Wenzenbacher Hauptschule mit einer hinreichenden Anzahl an Schülerinnen und Schülern gesegnet. Dass die Hauptschule dennoch dem Mittelschulverbund beitreten durfte und so Mittelschule werden konnte, ist also vor allem auf die Solidarität der anderen Mitgliedgemeinden zurückzuführen.

Gleichwohl hat die jüngste Vergangenheit gezeigt, dass mit dem Beitritt zum Mittelschulverbund keineswegs eine mittel- oder gar langfristige Sicherung des Schulstandort Wenzenbach einherging. Wir sind den Vertragspartnern im Mittelschulverbund für die Aufnahme und der damit verbundenen vorübergehenden Rettung des Schulstandorts (anderenfalls wäre die Hauptschule wohl zum Schuljahr 2011/2012 abgewickelt worden) sehr dankbar, stellen aber auch fest, dass wir nun zunehmend Schüler an Regenstauf verlieren. So besuchen derzeit 32 Schüler aus Wenzenbach und 27 Schüler aus Bernhardswald die Regenstaufer Mittelschule. Auch der attraktive M-Zug ist nach Regenstauf abgewandert, so dass man vier Jahre nach dem Beitritt wieder um den Erhalt der Mittelschule vor Ort fürchten muss. Ein Umstand, mit dem sich die Gemeinde Wenzenbach nicht abfinden möchte. Statt die Flinte ins Korn zu werfen, brachten die politischen Entscheidungsträger in Wenzenbach daher im letzten Jahr eine Vielzahl an Lösungsvorschlägen in die Diskussion um die Mittelschule ein. Ebenso kam man in vielerlei Hinsicht der Gemeinde Bernhardswald entgegen. Hier nur ein kleiner Auszug an Angeboten und Vorschlägen von der Gemeinde Wenzenbach an den Schulverband bzw. die Gemeinde Bernhardswald:

  • Vermietung von etwa 1/3 der Schulfläche an eine reformpädagogische Schule
  • Vermietung von etwa 1/3 der Schulfläche an die EVW Energiegenossenschaft
  • Kauf der Turnhalle für den gutachterlich festgestellten Gesamtwert von etwa 600.000 EUR, obwohl die Turnhalle dem Vertragspartner Wenzenbach ohnehin schon zu mindestens 50 Prozent gehört
  • Sanierung der Turnhalle für etwa 2 Mio. EUR und Zusicherung, dass der Schulverband weiterhin die - dann sanierte Turnhalle - kostengünstig nutzen darf
  • Kauf des Schulgartens deutlich über dem von einer unabhängigen Gutachterin festgestellten Wert, obwohl uns der Schulgarten ebenfalls zu mindestens 50 Prozent bereits gehört.
  • Verkauf des Schulgartens an Privatinvestoren, die Koch als Schulverbandsvorsitzender akquiriert hatte.
  • Anmietung einiger Mittelschulgebäudeteile für Wenzenbachs Vereine mit der Intention, durch entsprechende Einnahmen die Schulverbandsumlage merklich zu senken. Im Prinzip wäre dies eine Subventionierung der Bernhardswalder Schulverbandsumlage geworden.
  • Überprüfung eines möglichen Umzugs der Grundschule unter der Bedingung, dass sich Bernhardswald dann in hinreichender Form finanziell an der Generalsanierung des Schulhauses am Roither Weg beteiligt. Hierzu konnte bis dato - wie oben bereits angeführt - kein größeres Entgegenkommen von Bernhardswald verbucht werden.
  • Neuer B16-Mittelschulverbund mit der Mittelschule Nittenau, die sich auf rotierende M-Klassen einlassen würde.

Gerade der letzte Vorschlag beschäftigt momentan den Schulverband. Bürgermeister Fischer aus Bernhardswald, der Bürgermeister der Stadt Nittenau, Karl Bley, und unser Bürgermeister Sebastian Koch haben sich in dieser Sache in den letzten Wochen mehrfach getroffen. Koch war zudem bereits in Nittenau, um sich mit dem dortigen Schulkoordinator zu beraten. Dessen Schule sei zwar - so berichtete der Schulverbandsvorsitzender Koch in der letzten Verbandssitzung Ende Januar - nicht existenzbedroht, könne aber einen neuen strategischen Partner gut gebrauchen. Wie kommt es dazu? Die Mittelschule Nittenau befindet sich momentan mit der Mittelschule Bruck in einem Verbund. Die Mittelschule Bruck wiederum wird von den beiden Sachaufwandsträgerinnen Bruck und Bodenwöhr betrieben. Zwischen diesen beiden Kommunen kriselt es mindestens genauso stark, wie zwischen Wenzenbach und Bernhardswald. Deshalb steht nun im Raum, dass die Brucker Mittelschule aufgelöst wird und die Mittelschülerinnen und - schüler von dort fortan in Neunburg vorm Wald oder an anderer Stelle im Landkreis Schwandorf beschult werden. Spätestens dann, sollte sich Nittenau einen neuen starken Partner zur Aufrechterhaltung eines attraktiven Mittelschulangebots (M-Zug, Ganztagsangebot etc.) im Verbund suchen. Die Nittenauer wären aber auch unabhängig vom Fortbestand der Mittelschule Bruck sehr an einer Kooperation mit dem Standort in Wenzenbach interessiert.

Die Idee der Nittenauer und Wenzenbacher ist denkbar einfach und vielversprechend: Wenzenbach und Nittenau rufen einen neuen Mittelschulverbund ins Leben. Die M-Klassen, so wie potenziell auch andere Zusatzangebote, rotieren zwischen den beiden genannten Standorten. D. h. in Wenzenbach wären fortan wieder zwei M-Klassen realisierbar. Perspektivisch müsste versucht werden, weitere Kommunen entlang der B16 für die Idee eines Mittelschulverbundes „B16 - 2.0“ zu begeistern, so dass vielleicht sogar im ein oder anderen Schuljahr an beiden Mittelschulen eine M-Klasse zustanden kommen würde.
Natürlich ist auch dieses Vorhaben kein Selbstläufer: Die Mittelschule Wenzenbach müsste dafür in Schuss gebracht und die zuständigen Schulämter sowie die Regierung von dieser landkreisübergreifenden Lösung überzeugt werden. Letztlich muss auch zuvor unbedingt abgeklärt werden, ob die Bernhardswalder und Wenzenbacher Eltern wirklich bereit wären, Schülerinnen und Schüler (alle zwei Jahre) nach Nittenau an den M-Zug zu schicken. Bisher müssen die Wenzenbacher M-Schüler einen Schulweg von etwa 20 Minuten nach Regenstauf auf sich nehmen. Künftig wäre es dann vom Gemeindezentrum aus - wenn man nach der bereits bestehenden Gymnasialbuslinie 115 geht - ca. eine halbe Stunde. Natürlich ist dieser zeitliche Mehraufwand nicht ganz aus dem Auge zu verlieren. Dem zeitlichen Nachteil für einige wenige, steht jedoch der Vorteil gegenüber, dass wohl alle Regelklassen und zumindest zwei M-Klassen in Wenzenbach gebildet werden könnten. Durch diese Variante wäre es möglich, dauerhaft eine Schülerzahl von etwa 140 am Roither Weg zu erreichen. Für Koch steht fest, dass das allemal besser ist, alle Wenzenbacher und Bernhardswalder Mittelschüler(innen) nach Regenstauf zu fahren.
Bürgermeister Sebastian Koch wird die Option eines neuen Schulverbands in den nächsten Wochen/Monaten in jedem Fall auf seine Machbarkeit hin überprüfen. Seiner Auffassung nach, würde ein B16-Mittelschulverband dem Schulverbund Naab-Regen nicht wehtun, der Mittelschule Wenzenbach eine echte Zukunftsperspektive verleihen und gleichzeitig auch noch die Mittelschule Nittenau stärken.

Immer wieder wird im Übrigen die Qualität der Mittelschule Wenzenbach in Abrede gestellt. Gewiss, gibt es in der Mittelschule - so wie vermutlich an jeder anderen Schule auch - kleinere Verbesserungsmöglichkeiten. Insgesamt gilt jedoch das, was der Schulamtsdirektor H. Stautner in einer Sitzung des Wenzenbacher Gemeinderats 2015 erklärte:
„Die Mittelschule Wenzenbach ist anerkannt, leistet wertvolle pädagogische Arbeit und ist als Standort unverzichtbar.“

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