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Evangelische Kirche - Grundsteinlegung des Gemeindezentrums in Wenzenbach

03.11.2015 70 Jahre mussten evangelische Gläubige auf eigenes Gotteshaus warten. Mit der Grundsteinlegung des Gemeindezentrums ist es so weit.

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Das Gebäude wird in Massivholzbauweise errichtet. Für die Wände kommen auch vorgefertigte Bauteile zum Einsatz. Neben einer Photovoltaikanlage wird angesichts des überschaubaren Wärmebedarfs eine Heizung eingebaut, die die Erdwärme nützt.

Das evangelische Gemeindezentrum ist eingeschossig mit 33 Meter Länge und 11 Meter Breite. Es enthält einen Sakralraum mit rund 90 Plätzen. Dieser kann mit dem angrenzenden Gruppenraum auf 150 Plätze erweitert werden. Dazu kommen ein weiterer Gruppenraum, zwei Büroräume, eine Teeküche, Sanitärräume, Foyer und Vorplatz.


Aus dem Grußwort des ersten Bürgermeisters Koch zur Grundsteinlegung:

"Ich habe mich vor einigen Wochen in meinem Sommerurlaub etwas intensiver mit Kath. Orden in Regensburg befasst. Dabei bin ich selbstverständlich auch auf die äußerst langwierige und verworrene Entstehungsgeschichte der Karmeliterkirche St. Joseph am Alten Kornmarkt gestoßen. Die „Unbeschuhten“ Karmeliten kamen 1634 nach Regensburg und fanden in der damals protestantischen Stadt zunächst weder einen geeigneten Bauplatz, noch eine hinreichende Anzahl an Gönnern vor. So konnte die langjährige Herbergssuche erst im Jahre 1641 beendet werden, als sich Kaiser Ferdinand III. mit Nachdruck – und zum Leidwesen des protestantischen Magistrats - für den Kirchenbau einsetzte.

Kaum war der Grundstein gelegt, ging der Ärger für die Karmeliten von vorn los. Die Stadt wollte ihnen nun einen möglichst schlichten Kirchenbau vorschreiben und unterband zunächst die Pläne zur Errichtung eines Barockbaus. Letztlich konnte die Karmeliterkirche somit erst 1672 – also 31 Jahre nach der Grundsteinlegung - fertiggestellt und eingeweiht werden.

Meine Damen und Herren, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber ich bin guter Dinge, dass das bei ihnen etwas flotter geht. Als Bürgermeister möchte ich zudem nochmals darauf hinweisen, dass die Evang.-Lutherische Kirchengemeinde bei uns in Wenzenbach nie auf Widerstand gestoßen ist. Vielmehr waren wir stets darum bemüht, sie bei der Umsetzung ihrer Pläne ideell und finanziell zu unterstützen. Ebenso haben wir ihnen bei der Planung ihres Gemeindezentrums keinerlei Vorgaben – fernab des geltenden Baurechts versteht sich –gemacht.

Kurzum, eigentlich hätten sie hier paradiesische Bedingungen zum Kirchenbau vorgefunden. Ein Problem gab es jedoch in der Vergangenheit: Das liebe gute Geld! Wenn ich recht informiert bin, scheiterten ihre Pläne zum Bau eines Gemeindezentrums über Jahre hinweg an den finanziellen Mitteln. Dieses Problem scheint nun behoben zu sein und so kann ich nur raten, nicht missmutig auf den schweren Weg hin zur heutigen Grundsteinlegung zurückzuschauen, sondern den Blick nach vorne zu richten. Das Motto des heutigen Tages lautet – das ist völlig klar: Was lange währt, wird endlich gut!

Meine Damen und Herren, im 1. Buch der König richtet sich König Salomo fragend in einem Weihegebet an Gott und spricht: „Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es denn dies Haus tun, das ich gebaut habe?

Dieser Einwand ist mehr als berechtigt. Selbst heute – mit modernster Bautechnik – können wir Gott nicht einfach so ein Haus bauen. Maximal können wir ihn um seine Gegenwart in unserem Kirchen-/Gemeinderaum bitten. Dass sie sich berechtigte Hoffnungen auf Gottes Gegenwart machen dürfen, liegt, wenn ich mich hier so umsehe, jedoch auf der Hand. Schließlich haben Sie einen vortrefflichen Platz für ihr Gemeindezentrum gewählt. Einen Ort, bei dem Gott – erlauben sie mir diese flapsige Anmerkung – schwach werden könnte. Wir haben hier in der Gemeinde fast 800 evangelische Christen, die fortan Mitten im Ort und doch in der Natur eine neue spirituelle Heimat finden werden.

 Für die Baumaßnahme wünsche ich ihnen alles Gute!"

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