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Bürgerbefragung: Verkehr treibt die Wenzenbacher um!

16.10.2018 Wie im Amtsblatt und der MZ bereits berichtet, führte die Gemeinde Wenzenbach in den letzten Wochen eine Bürgerbefragung durch. An dieser beteiligten sich 902 Personen (davon 856 online und der Rest per Papierfragebogen). Diese hohe Anzahl überraschte sowohl die mit der Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) betrauten Stadtentwickler von DSK als auch Bürgermeister Sebastian Koch sehr positiv. Schließlich zeigt sich daran, dass die Wenzenbacherinnen und Wenzenbacher ganz offensichtlich nicht politikverdrossen sind, sondern sich tatsächlich für die Entwicklungen in ihrer Gemeinde interessieren.

Die meisten Teilnehmer waren zwischen 30 und 40 Jahre alt (26,4 Prozent), aber auch viele ältere Semester ab dem 60. Lebensjahr (17,11 Prozent) wollten mitreden.

53 Prozent der Befragten waren Männer und 47 Prozent Frauen. Die meisten Umfrageteilnehmer kamen aus dem Kernort Wenzenbach (42,84 Prozent).


„Im Rahmen des ISEK-Prozesses ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen und nachdem lediglich ein kleineres Grüppchen an Bürgerinnen und Bürgern an einem Bürgerworkshop in diesem Frühjahr teilnahm, musste eine andere Form der Meinungsabfrage her“, erinnert sich der gemeindliche Projektleiter Manuel Hofstetter. „Um diese möglichst breit und tiefgreifend anzugehen, haben wir online nahezu alle derzeit relevanten kommunalpolitischen Themen abgefragt“, ergänzt Bürgermeister Koch. Teilweise konnte man Sachverhalten oder Projekte mittels Kreuzchen benoten. An anderer Stelle gab es indes die Möglichkeit, seine Anregungen auch frei zu formulieren. „Natürlich waren gerade bei den offenen Antworten nicht nur sachgerechte Anmerkungen dabei, aber im Großen und Ganzen sind wir nicht nur mit der Quantität, sondern auch mit der Qualität der Rückläufe zufrieden“, betont Koch. Mitunter kam es bei der Auswertung der Fragebögen sogar zu echten Aha-Erlebnissen. So etwa beim Thema „Radverkehr“: Klar, kein Wunder, vor allem den Grünthalern (96 Prozent) liegt die Weiterführung des Radwegs von Grünthal nach Regensburg am Herzen. Überraschend war indes, dass 54 Prozent eine Asphaltierung des Falkenstein-Radwegs wünschen.

Zum Verkehr allgemein ist im Übrigen anzumerken, dass die Belastung durch diesen von 17 Prozent der Bevölkerung als schlecht oder sogar sehr schlecht empfunden wird.25 Prozent gaben zudem an, dass die Verkehrssituation gerade noch ausreichend sei. Besonders unzufrieden sind die Thanhausener (30 Prozent bewerten die Verkehrssituation schlecht oder sehr schlecht) und Gonnersdorfer (23 Prozent sehen die Verkehrssituation kritisch).

In den freien Textfeldern wurde immer wieder genannt, dass man für die Hauptstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h vom Altenheim bis zum Rathaus fortsetzen sollte. Nachdem hier eine Kreisstraße betroffen ist, werde man diesen Wunsch an das zuständige Landratsamt Regensburg weiterleiten. Ebenso wurde dringend angeregt, den B16-Lärmschutz (kommt mit dem dreispurigen Ausbau aber ohnehin) zu optimieren. In der Nähe der B16-Anschussstelle in Wenzenbach wünschen sich gleich mehrere Befragte einen Pendlerparkplatz. Hier darf verraten werden, dass die Gemeinde 2016 bereits knapp 6.400 qm an der Oberen Zell zur Auslagerung des Wertstoffhofes mit Schaffung eines großen Parkplatzes erworben hat. Verständlicherweise hoffen gerade die Fußenberger und Thanhausener auf eine Reduzierung des Schwerlastverkehrs.

Sehr erfreut nimmt man in der Gemeinde zur Kenntnis, dass bei den beiden Projekten Südspange und Westumfahrung ein klarer Zuspruch der Bevölkerung verzeichnet werden kann. Die Südspange wird jedenfalls von 66 Prozent und die Westumfahrung von 64 Prozent der Befragten befürwortet. „Das gibt uns Kommunalpolitikern natürlich Rückendeckung für die nächsten Entwicklungsschritte“, so der Bürgermeister. Für die Südspange sind der Grunderwerb und die Planfeststellung übrigens bereits erfolgt. Hier geht die Gemeinde davon aus, dass innerhalb des nächsten Jahres zusammen mit dem Bundesstraßenausbau die tatsächliche bauliche Umsetzung dieses ambitionierten Vorhabens anlaufen wird. Spätestens Ende 2020 sollten die Probstberger dann von dieser schnellen Direktverbindung zur B16 und die Anwohner der Pestalozzistraße und der Regensburger Straße von der prognostizierten Verkehrsentlastung von täglich 2.500 Fahrzeugen profitieren. Die eben genannten Nutznießer sind es natürlich auch, die den Bau der Südspange besondere Bedeutung beimessen. 72 Prozent der Probstberger und 69 Prozent der Kernort-Bewohner sind für die Südspange. Auf die rasche Realisierung der Westumfahrung hoffen indes auch viele Fußenberger und Thanhausener (66 bzw. 78 Prozent). Auch hier konnte bereits die benötigte Fläche für den Straßenbau und ein angrenzendes Baugebiet erworben werden.


Im nächsten Schritt muss nun geklärt werden, ob neben der Westumfahrung ein Nahversorgungsgebiet oder ein Wohngebiet entstehen soll? Sobald diese Frage geklärt ist, wird ein Bauleitplanverfahren in die Wege geleitet.

Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln überzeugt die Mehrheit der Wenzenbacher übrigens nicht. Ca. 10 Prozent gaben an, mit diesem sehr unzufrieden zu sein. 30,69 Prozent sind mit dem ÖPNV unzufrieden. Besonders unzufrieden mit dem Busangebot sind gerade junge Menschen. So gaben beispielsweise fast 18,3 Prozent der 18- bis 24-jährigen an, damit sehr unzufrieden zu sein. Unzufrieden sind zudem etwas mehr als 40 Prozent.

Am unzufriedensten sind die Bewohner/innen des Ortsteils Thanhausen (34,7 Prozent sehr unzufrieden).

Dieses Ergebnis sei laut Koch enttäuschend, aber auch nachvollziehbar. In der Tat müsste es darum gehen, die Taktung der Linie 35 auszubauen und/oder spätestens nach der Errichtung einer Westumfahrung als attraktive Verbindungsstraße die Linie 34 häufiger über Fußenberg laufen zu lassen. Der Ortsteil Irlbach könne dann verstärkt durch die Linie 8 bedient werden. Weiterhin wolle man zudem versuchen, den RVV von einem verbesserten Nachbusangebot für junge Wenzenbacher zu überzeugen. Das habe auch fiel mit Verkehrssicherheit zu tun, ist sich der Bürgermeister sicher.

Insgesamt zeigt sich also am Ergebnis der Befragung, dass der Gemeinderat mit seinen verkehrspolitischen Zielsetzungen den Ansprüchen und Wünschen der Bürgerinnen und Bürger weitestgehend gerecht wird. Gerade in diesem Bereich ist in den letzten Jahren ein gewaltiger Investitionstau angelaufen, den die Bürger/innen so nicht mehr hinnehmen wollen.

Eine Zusammenfassung aller Ergebnisse können Sie auch HIER ABRUFEN.
In den nächsten Wochen folgen noch weitere Zusammenfassungen der Bürgerbefragung.

Bei Rückfragen zu den einzelnen Themen steht Ihnen die Gemeindeverwaltung gerne zur Verfügung.

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